Unsere Orgel ist noch nicht ganz so alt wie dieses Rätsel, aber doch genauso alt wie die Handewitter Kirche, die nach dem Brand 1885 auf den Grundmauern wieder aufgebaut wurde. Das Gehäuse harmoniert mit dem Altar, der Kanzel und dem Gestühl. Es handelt sich um ein landestypisches Instrument des ausgehenden 19. Jahrhunderts, erbaut von der Firma Marcussen in Apenrade.
1060 Pfeifen sind darin enthalten, aus Holz, Zink, Blei und Zinn. Alle wohlgeordnet in 18 hintereinander stehenden Registern, die über die Registerzüge vom Spieltisch aus angewählt werden können.
Die beiden Klaviaturen sind aus Elfenbein und Ebenholz. Die Manual- und Pedaltasten sind rein mechanisch mit den Pfeifenventilen verbunden.
Elektrizität wird nur für den Motor zur Winderzeugung gebraucht. Für Hauptwerk, Oberwerk und Pedalwerk werden je drei Magazinbälge mit Luft befüllt, die drei „Lungen“ der Orgel.
Nur die vordere Pfeifenreihe ist für die Kirchenbesucher sichtbar. Ursprünglich standen hier blanke Zinnpfeifen, die im ersten Weltkrieg für Rüstungszwecke abgeliefert werden mussten und durch weniger wertvolle Zinkpfeifen ersetzt wurden.
Im Rahmen der bevorstehenden Grundreinigung soll unsere Orgel etwas von ihrer ursprünglichen Schönheit zurückbekommen, finanziell unterstützt vom Kirchbau- und Sanierungsverein Handewitt.
Zu hören ist die „Königin der Instrumente“ an fast jedem Sonntag im Gottesdienst und zu Taufen, Trauungen und Trauerfeiern.
Der Organistendienst erfolgt nebenamtlich, unterstützt von Bläserchor und Kantorei.